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Ein DJ kümmert sich primär um die Musik auf einer Party oder einer partyähnlichen Veranstaltung. Er hat die Aufgabe, die Gäste vor Ort mit seiner Musik zu unterhalten. Der Ort der Party, der Anlass und die Ausführung der Unterhaltung kann dabei stark variieren – Clubs, Festivals, Hochzeiten, Firmenfeiern, Radioauftritte, … – und den DJ vor mehr oder weniger große Herausforderungen stellen.

Die DJ’s – Performer und Dienstleister

Einen DJ kann man auf zweierlei Weisen auffassen – als Performer-DJ (Künstler), der das Publikum mit seiner eigenen Performance unterhält oder als Dienstleistungs-DJ, der sich am Publikum orientiert und flexibel Titel für Titel auswählt und spontan mixt. Gerade die bekannten DJ’s fallen – zumindest auf den ersten Blick – stark in die erste Kategorie, da sie auch selbst Titel produzieren. Auch Turntable-Spezialisten, die wahnsinnig talentiert im Scratchen sind oder BPM-genaue Mixe von i.d.R. 30 Minuten bis 2 Stunden haben, fallen in die Kategorie der DJ-Performer.

Als Beispiel für einen Performer-DJ sei hier der DJ Skratch Bastid genannt, der einen fulminanten Star Wars DJ Imperial March Mix performt hat. Hier ist einer seiner Performances:

Etwas anders sind die Dienstleister-DJ’s – eine ganze Partynacht mit einem perfekt einstudierten Mix zu bestreiten ist schier unmöglich. Sie verlassen sich eher auf ein breites Portfolio (wobei das nicht Abba bis Zappa heißen muss sondern auch auf Genres spezialisiert sein kann). Diese DJ’s verlassen sich auf und trainieren ihre Intuition und unterhalten das Publikum durch die geschickte Auswahl der Musik.Somit beeinflusst das Publikum hier genauso den DJ und den nächsten Titel, den er wählen wird. Und damit sind wir schon bei einer wichtigen Fähigkeit eines Discjockeys angekommen: Dem Gespür für das Publikum – egal, ob Performer oder Dienstleister.

Publikum „lesen“ und „lenken“

DJ in Front eines Publikums
Ein DJ „ließt“ sein Publikum

Dienstleister-DJ’s sind z.B. mobile DJ’s. Ein guter Dienstleister-DJ „liest“ das Publikum und kann aus seiner Musiksammlung einen zur Stimmung passenden Titel wählen und schafft es dabei, die Stimmung zu lenken. Wenn z.B. die Stimmung ausgelassen und die Musikstimmung fröhlich ist (man denke an Helene Fischers „Atemlos“), so wird ein guter DJ nicht als nächstes Titel „Drop it like it’s hot“ von Snoop Dogg wählen, weil diese Titel vom Genre, von der Energie, von der Tonalität und auch vom Inhalt nicht zueinander passen. Vielleicht wählt er eher etwas wie „Que Sera Sera“ von der Hermes House Band aus 2001 aus. Oder er spielt die erste Hälfte des Liedes die Originalversion und probiert dann, den zweiten Teil durch den Dance-Remix des Titels zu ersetzen und lenkt die Party in die Dance-Richtung.

Performer-DJ’s sind häufig spezialisiert und das Publikum kommt, um diese DJ’s zu „erleben“. Daher nehmen sie eine „Influencer“-Rolle ein und können, je nach Reichweite, Trends auslösen und Titel promoten. Daher „lenken“ sie das Publikum durch ihre Performance und die künstlerische und technische Qualität ihrer Performances.

Im weiteren möchte ich mich auf die Dienstleister-DJ’s beschränken.

Titel mixen

Die Musik muss laufen. Solange es keinen Grund gibt, diese zu unterbrechen bitte non-stop. Damit das so ist, hat der DJ nicht nur den nächsten Titel bereits im Kopf sondern überlegt sich auch einen Übergang, um vom ersten elegant zum zweiten Titel zu kommen – er mixt die Musik ineinander. Je nach Titel und Veranstaltung geht das mehr oder weniger einfach. Wenn ein DJ in einem Club auflegt, in dem hauptsächlich ein Genre gespielt wird, so kann sich der DJ darauf spezialisieren und diese Übergänge besonders gut einstudieren. Und das führt meist zu Übergängen, die von den Partygästen kaum wahrgenommen werden, was klasse ist. Wechselt sich das Genre häufig, z.B. auf Hochzeiten, so sind die Übergänge vereinzelt weniger „elegant“ – dafür gibt es aber auch für viele Geschmäcker mal etwas zu hören – schließlich wollen alle Gäste unterhalten werden.

Musik suchen, analysieren & mitbringen

Ein DJ hat in der Regel eine starke Passion für Musik. Er hört viel, konsumiert viel und analysiert sie. Er macht sich Gedanken darüber, ob die Musik gut auf eine „seiner“ Partys passen kann. Dementsprechend versorgt es sich immer wieder mit neuen Titeln und hält seine Musikbibliothek frisch und up-to-date. Ein DJ bringt seine Musik somit selbst auf die Party oder in den Club mit. Und das bitte in guter Qualität auf Vinyl, CD oder in digitaler Form (MP3, AAC, Wave,…).

Zur Analyse von der Musik gehört es auch, die Titel im Proberaum oder im heimischen Musikzimmer vorher „auszuprobieren“ – er schaut also, welche Energie und welche Tonalität die Titel haben und probiert sie schonmal in verschiedenen Kombinationen mit anderen Titeln aus. Im Falle der Performer-DJ’s wird hier sehr viel mehr Energie investiert, da neue Titel in die Routine eingebaut und perfektioniert werden müssen.

Richtiges Werkzeug wählen

Zum DJ gehört natürlich noch weitaus mehr als „nur“ die Musik. Ein DJ beschäftigt sich mit seinem Handwerkszeug wie Plattenspielern, Mixern, Effektgeräten, vielleicht auch eigenen Lautsprechersystemen bis hin zu ganzen Festzeltanlagen und der Gestaltung von Lasershows. Das hängt stark vom Publikum ab. Legt der DJ hauptsächlich im Club auf, kann er sich auf vorinstallierte Licht- und Tontechnik verlassen. Ist er mobiler DJ, braucht er schon eigene Boxen und Lichteffekte, um Hochzeiten und Firmenfeiern zu bestreiten. Und auch DJ’s, die am Anfang ihrer Karriere stehen brauchen mindestens einen DJ-Controller um zuhause starten zu können. Diese Themen möchte ich aber separat behandeln.

Musik produzieren (?)

Wenn ein DJ immer geübter darin wird, Titel ineinander übergehen zu lassen und zu mixen, dann kann er zu dem Punkt kommen, an dem er sich dazu entschließt, ganze Titel neu zu gestalten – einen sogenannten Remix zu produzieren und aufzunehmen. Dabei kann beispielsweise Melodie und Gesang aus einem bekannten Musiktitel übernommen werden, der DJ mischt es aber mit den Beats eines anderen Titels – oder sogar selbst zusammengestellten Beats. Das lässt sich immer weiter treiben bis der DJ irgendwann komplett eigene Titel erstellt. Der DJ ist zum Songwriter / Producer geworden und spielt dann (auch) seine eigenen Titel auf Veranstaltungen. Das ein DJ auch eigene Songs produziert ist eher die Ausnahme als die Regel, da dazu ebenfalls sehr viel Wissen und Aufwand gehört.

Fazit

Ein DJ unterhält mit Musik sein Publikum. Dabei ist er eine Mischung aus Performer und Dienstleister und kann dabei eine oder mehrere Spezialisierung haben, z.B. HipHop-Performer DJ oder mobiler Hochzeits-DJ mit eigener Licht- und Tontechnik. Je nach Anlass sollte man als Kunde / Veranstalter oder Gast den am ehesten passenden DJ auswählen.

Euer Micha aka DJ iSpin

Die hier abgebildeten Fotos stammen von der Seite pexels.com

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